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Im Zeichen der Männergesundheit Interview mit dem Urologen Dr. Thomas Kreutzig-Langefeld

 

Nachdem wir euch letzten Monat im Rahmen des „Movembers“ mit zehn Tipps versorgt haben, mit denen Männer für sich (und uns Frauen) etwas Gutes tun können, freuen wir uns heute sehr darüber, dass wir dem Koblenzer Urologen Dr. Thomas Kreutzig-Langenfeld fünf Fragen zum Thema „Blasenschwäche bei Männern“ stellen durften.

1. Männer können auch von Blasenschwäche betroffen sein. Was sind die Gründe dafür?

Am häufigsten sind hier Patienten nach einer radikalen Prostatektomie betroffen. Aber auch nach der Operation einer gutartigen Prostatavergrößerung kann dieses Problem auftreten. Auch im Rahmen des zunehmenden Alters und der zunehmenden Prostatavergrößerung kann es bei Bestehen einer überaktiven Blase auch zu einer Inkontinenz (Blasenschwäche) kommen.

2. Was kann man nach der OP tun, um Blasenschwäche und erektile Dysfunktion zu behandeln?

Zur Therapie der Inkontinenz bei Männern ist vor allem zunächst eine intensive Beckenbodengymnastik nach fachkundiger Anleitung sinnvoll. Es gibt auch einige wenige Medikamente, die die Kontinenz erfolgreich unterstützen können. Eine Therapie mit Elektrostimulation (EMS) kann sowohl den Beckenboden als auch die Erektionsfähigkeit positiv beeinflussen.

3. Sie haben die EMS-Therapie erwähnt. Wie funktioniert diese und inwiefern unterscheidet sie sich von anderen Methoden wie Medikamente und Operationen?

Bei der EMS-Therapie erfolgt die Aktivierung der Beckenbodenmuskulatur durch spezielle Stromimpulse, die mit Elektroden in diesen Muskelbereich geleitet werden. Es kommt zu einem Trainingseffekt der Muskulatur, bei der die Aktivität der Muskulatur nicht vom Patienten selbst ausgelöst werden muss. Vielmehr wirkt der Stromfluss über die Elektroden direkt auf die Beckenbodenmuskulatur. Dies ermöglicht dem Patienten eine gute Unterstützung der eigenen Beckenbodengymnastik.

Die medikamentöse Therapie ist durch Nebenwirkungen belastet und wird aus diesem Grunde durch die Patienten zumeist nicht konsequent durchgeführt und auch nicht lange beibehalten. Operative Maßnahmen sind zwar möglich und oftmals erfolgversprechend, stellen aber die „ultima Ratio“ der Therapie dar.

4. Hat die Elektrotherapie Nebenwirkungen?

Bei korrekter Anwendung hat die Elektrotherapie keinerlei Nebeneffekte.

5. Kann man präventiv (vor einer Prostatektomie) den Beckenboden stärken, damit die Muskulatur sich nach der OP schneller erholt?

Ja, natürlich. Durch intensive Beckenbodengymnastik oder auch durch die Anwendung der Elektrotherapie kann man sicherlich bereits vor einer Operation dafür sorgen, dass die Wahrnehmung des Beckenbodens für den Mann „leichter“ ist und das postoperative Kontinenzergebnis verbessert werden kann.

Vielen Dank, Herr Dr. Kreutzig-Langenfeld, dass Sie uns bei diesem Thema Rede und Antwort gestanden haben.

In seiner urologischen Privatpraxis in Koblenz befasst sich Dr. Kreutzig-Langenfeld mit den Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Bei Frauen also Nieren, Harnleiter und Blase. Beim Mann dazu noch die Prostata und die äußeren Geschlechtsorgane. Als Facharzt nimmt er sich ausreichend Zeit, um die sensiblen Themen vertraulich und professionell zu behandeln. Zudem legt er Wert darauf, immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu sein.